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Anatomie des Atmungsapparates bei Hunden


Hunde besitzen ein faszinierendes und extrem anpassungsfähiges Atmungssystem. Da sie, im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten, in einer enormen Vielfalt an Körpergrößen und Kopfformen vorkommen, weist auch ihr Atmungsapparat spezifische Besonderheiten auf. In diesem Abschnitt erfahren Sie alles Wissenswerte über die Lunge und die Atemwege Ihres Vierbeiners.

Zahlen & Fakten

Die Leistungsfähigkeit der Lunge eines Hundes ist beeindruckend. Um die Effizienz zu verstehen, hilft ein Blick auf die Relation zum Körpergewicht:

  • Lungenoberfläche: Während beim Menschen die Lungenoberfläche etwa 100-140m2 beträgt, verfügt ein Hund im Verhältnis zu seinem Gewicht über eine sehr große Alveolarfläche (ca. 2,9 m2 pro Kilogramm Körpergewicht). Diese große Fläche unterstützt die effiziente Sauerstoffaufnahme und damit die Belastungsfähigkeit.
  • Atemvolumen & Größe: Ein durchschnittlicher Hund atmet etwa 12-15 ml Luft pro Kilogramm Körpergewicht mit jedem Zug ein.
    Beispiel: Ein kleiner Jack Russel Terrier (8 kg) bewegt pro Atemzug ca. 100 ml Luft, während eine Deutsche Dogge (70 kg) fast einen ganzen Liter (1.000 ml) mit nur einem Atemzug inhaliert.
  • Atemfrequenz: In Ruhe atmet ein Hund etwa 10 - 30 Mal pro Minute. Bei starker Hechel-Aktivität kann diese Frequenz auf bis zu 300 - 400 Züge (Extremwert) ansteigen, um den Körper zu kühlen.

Was ist der Atmungsapparat?

Unter dem Begriff "Atmungsapparat" oder "Respirationstrakt" fasst man alle Organe zusammen, die mechanisch und physiologisch den Gasaustausch ermöglichen. Automatisch und funktionell unterteilt man diesen in zwei Hauptbereiche:
  1. Obere Atemwege: Beginnend mit der Nase und den Nasenlöchern, diese dient nicht nur als hochsensibles Riechorgan, sondern primär der Klimatisierung (Erwärmung und Befeuchtung) sowie der groben Filterung der Atemluft. Es folgen Nasenhöhle, der Rachen (Pharynx) und der Kehlkopf (Larynx). Letzterer ist ein komplexes Knorpelgerüst, das als Schutzventil fungiert und die Speisewege von den Atemwegen trennt.
  2. Untere Atemwege: Ab dem Kehlkopf beginnt der Bereich, der die Luft tief in den Körper leitet. Dazu gehören die Luftröhre (Trachea) und die Lunge. Innerhalb der Lunge verzweigen sich die Wege immer feiner über die Hauptbronchien in die Bronchiolen, bis sie schließlich in den Alveolen (Lungenbläschen) münden. Erst hier, an der hauchdünnen Blut-Luft-Schranke, findet der lebensnotwendige Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid statt.

Anatomie & Struktur der Lunge

Die Lunge des Hundes zeichnet sich durch eine markante, tiefe Lappung aus. Diese anatomische Unterteilung ermöglicht es dem Lungengewebe, den mechanischen Belastungen bei hoher körperlicher Aktivität und extremen Atembewegungen standzuhalten. In der radiologischen Betrachtung (Thorax-Röntgen) wird deutlich, wie symmetrisch und dennoch unterschiedlich die Seiten aufgebaut sind.

Die Lunge besteht aus einem rechten und einem linken Teil:

Die rechte Seite (Pulmo dexter): Sie ist das größere Hauptorgan und besteht aus vier klar abgegrenzten Lappen:
  1. Lobus cranialis (Spitzenlappen) 
  2. Lobus medius (Herzläppchen)
  3. Lobus caudalis (Zwerchfelllappen)
  4. Lobus accessorius (Anhangslappen – dieser liegt median hinter dem Herzen)

Die linke Seite (Pulmo sinister): Sie ist etwas schmaler, um dem Herzen Platz zu bieten, und unterteilt sich in zwei Lappen:

  1. Lobus cranialis (der wiederum in einen vorderen und hinteren Teil unterteilt wird)
  2. Lobus caudalis 

Diese feine Segmentierung ist medizinisch hochrelevant, da Entzündungen oder Fremdkörper oft nur spezifische Lappen (häufig den Lobus medius oder den rechten Lobus cranialis) betreffen können

Besonderheiten verschiedener Hundegrößen

Große Hunderassen wie Schäferhunde oder Golden Retriever:
Diese Tiere verfügen über ein gewaltiges Lungenvolumen und eine entsprechend große Oberfläche für den Gasaustausch. Warum sind sie so leistungsstark? Ihre Physiologie ist auf maximale Sauerstoffaufnahme optimiert. Ein großes Herz und weite Bronchialwege erlauben es, auch unter extremer Belastung die Muskulatur effizient mit Sauerstoff zu versorgen. Dies macht sie zu idealen Partnern für den Sport (Agility, Zughundesport).

Kleine Hunderassen & Toy-Rassen (z.B. Yorkshire Terrier, Chihuahua):
Bei diesen Kleinsthunden ist die Luftröhre im Verhältnis zum restlichen Körper oft unverhältnismäßig schmal. Dies birgt das Risiko eines Trachealkollaps: Dabei werden die Knorpelringe der Luftröhre weich und geben nach, wodurch die Luftröhre beim Einatmen flach zusammenfällt. Das Resultat ist ein typischer, gänseartiger Husten und akute Atemnot.

Brachyzephale Rassen (Qualzucht-Problematik): 
Rassen mit kurz gezüchteten Nasen (z. B. Mops, Französische Bulldogge) leiden oft unter dem „Brachyzephalen Atemwegssyndrom“ (BAS). Durch die extreme Verkürzung des Gesichtsschädels sind die Nasenlöcher zu eng, das Gaumensegel zu lang und die Luftröhre oft unterentwickelt. Dies führt zu einer dauerhaften Schwerstarbeit bei jedem Atemzug und einer stark eingeschränkten Thermoregulation (Hecheln).

Der Weg der Luft

Physiologisch betrachtet ist die Atmung ein präzise getakteter Prozess. Die Luft nimmt bei der Einatmung folgenden Weg:
  1. Konvektion in der Trachea: Die Luft strömt von der Nase durch die Luftröhre, die durch elastische Knorpelringe offen gehalten wird.
  2. Dichotome Verzweigung: An der Bifurkation teilt sich die Luftröhre in die zwei Hauptbronchien. Von dort aus verzweigen sie sich in einem immer feiner werdenden Netz (Bronchialbaum). Man spricht hier vom „toten Raum“, da in diesen leitenden Röhren noch kein Gasaustausch stattfindet.
  3. Bronchiolen & terminale Bahnen: Die Schwebestoffe werden hier bereits durch das Flimmerpithel (die „Reinigungseinheit“ der Lunge) abgefangen.
  4. Alveolärer Gasaustausch: In den Alveolen sinkt die Strömungsgeschwindigkeit der Luft gegen Null. Der Sauerstoff diffundiert durch die hauchdünne Membran in die Kapillaren des Lungenkreislaufs, während das Abfallprodukt CO2 den umgekehrten Weg nimmt.
Dieser hocheffiziente Prozess stellt sicher, dass selbst bei einem sprintenden Hund jede einzelne Körperzelle binnen Sekundenbruchteilen mit frischem Sauerstoff versorgt wird.

Besonderheit Hecheln: Die "Klimaanlage" des Hundes 

Da Hunde fast keine Schweißdrüsen am Körper besitzen (außer an den Pfotenballen), ist ihr Atmungsapparat gleichzeitig ihr wichtigstes Kühlsystem. Das Hecheln ist ein hochspezialisierter Prozess der Thermoregulation: 
Verdunstungskälte
Beim Hecheln atmet der Hund flach und extrem schnell (bis zu 400 Mal pro Minute). Die Luft strömt dabei primär über die gut durchblutete Zunge und die feuchten Schleimhäute der oberen Atemwege. Durch die Verdunstung von Speichel entsteht Kälte, die das Blut in den oberflächlichen Gefäßen abkühlt und so die Körperkerntemperatur senkt. 
Die anatomische Trennung
Das Faszinierende dabei ist, dass die Luft beim Hecheln meist nicht tief in die Alveolen dringt (um eine Hyperventilation/Übersäuerung zu vermeiden), sondern hauptsächlich im "toten Raum" der oberen Wege hin- und herpendelt. 
Einschränkung durch Zucht
Wie bereits erwähnt, ist dieses System bei brachyzephalen Rassen massiv gestört. Verengte Nasenlöcher und ein zu langes Gaumensegel wirken wie eine Blockade. Diese Hunde müssen viel mehr Muskelkraft aufwenden, um Luft zu bewegen, was wiederum Wärme erzeugt – ein gefährlicher Teufelskreis, der schnell zum Hitzschlag führen kann.

Relevanz für die inhalative Therapie 

Warum ist dieses Wissen für die Gesundheit so wichtig? Das Verständnis der Anatomie ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn wir von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Asthma oder Infektionen sprechen, liegt der Entzündungsherd oft tief im verzweigten Bronchialbaum oder direkt in den Alveolen.
Das "Filter-Problem"
Die Anatomie der Nase und die feinen Flimmerhärchen in der Luftröhre sind darauf ausgelegt, Partikel abzufangen. Grobe Tröpfchen (wie aus einfachen Sprays oder minderwertigen Inhalatoren) bleiben bereits im Rachen oder an der Kehlkopf-Barriere hängen. Sie erreichen niemals die Lunge.
Präzision durch Aerosolgröße
Damit ein Wirkstoff die engen Bronchiolen eines Chihuahuas oder die tiefen Lungenlappen einer Deutschen Dogge erreicht, muss er in winzige Partikel (Aerosole) vernebelt werden.
Die Lösung
Nur eine Partikelgröße im Bereich bis 5 Mikrometern ist lungengängig. Moderne Verneblertechnologie, wie wir sie bei unseren Produkten nutzen, stellt sicher, dass das Aerosol so fein ist, dass es die anatomischen Barrieren überwindet und direkt am Ort des Geschehens, in den tiefsten Verzweigungen der Lunge, wirken kann.

ACHTUNG!

Die Angaben auf unserer Seite sind keinesfalls ausreichend für eine Selbstdiagnose. Zur Diagnose sowie vor Behandlungsbeginn ist auf jeden Fall mit einem Tierarzt Rücksprache zu halten.

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